Der Basler DJ Montes alias Eres Oron von den Goldfinger Brothers hat 2010 das erste Schweizer Red Bull Thre3Style für sich entschieden. Dieses Jahr sass er in der Jury. In unserem Interview kommentiert er den Ausgang des Lausanner Finales.
Eres, du hast uns vor Beginn des Red Bull Thre3Style Finales noch deine Favoriten geflüstert: Bazooka, Larry King und Kermit fielen da als Namen...
Stimmt! Zwei davon, Bazooka und Larry King, haben dann ja die vordersten Plätze unter sich ausgemacht. Nur mit Kermit lag ich daneben, dafür wurde mit Bowser ein anderer Berner dritter. Eine ziemlich präzise Prognose also.
War ihr euch innerhalb der Jury denn alle einig?
Für alle war völlig klar, dass DJ Bazooka den ersten Platz verdient hatte. Er bot eindeutig die beste Show, hatte eine tolle Bühnenpräsenz, spielte coole Tracks und war überhaupt sehr locker drauf. Den Jungen kannst Du am Finale in Vancouver hinstellen und er wird die Party rocken, da besteht kein Zweifel!
Es ging ja auch heftig ab, als Bazooka spielte.
Genau. Nicht nur Bazookas Fans, das ganze Publikum hat da gefeiert. Er hat es tatsächlich geschafft, den Saal zum Toben zu bringen.
Larry King, der zweiter wurde, trumpfte dafür mit einer sehr guten Songauswahl auf...
Ja, das war cool, sehr sophisticated. Larry bot auch eine gute Show, zum Beispiel, als er einen Countdown inszenierte, und dafür Blatt für Blatt über seinem Kopf abzählte. 10, 9, 8, 7 und so weiter. Aber es sind ihm ein paar Fehler unterlaufen, und ausserdem man hat ihm die Nervosität angemerkt. DJ Bazooka war am Ende einfach besser.
Bazooka wurde auch seinem Namen gerecht, mit diesem für ihn so typisch druckvollen Sound…
Druckvoll ist das eine, Bazooka hat ja nicht nur drauflos gepumpt, sondern einen wirklich kompletten Auftritt hingelegt. Und er hat auch nicht zu viele und zu offensichtliche Hits gebracht. Obschon er ja auch bekannteres Zeugs spielte.
Wie beurteilst Du das Niveau dieses Jahr?
Technisch spielten die Teilnehmer auf sehr hohem Niveau. Alle DJs hatten Turntableskills, konnten scratchen und so weiter. Ein paar der Finalteilnehmer waren vielleicht ein bisschen zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Was auffiel, ist, dass dieses Jahr noch mehr Leute eigene Edits gebastelt haben. Darauf kommt es natürlich auch an, dass die Teilnehmer wirklich versuchen, etwas eigenes zu machen, indem sie ihren Tracks auch noch den eigenen Stempel aufdrücken.
Und wie fandest Du die Stimmung im bummsvollen D!Club?
Super, soweit ich das aus meiner Warte auf der Bühne beurteilen konnte.
Warum braucht es eigentlich einen solchen Anlass wie das Red Bull Thre3Style?
Ich habe früher die ganzen DMC-Contests mitgemacht, die ganzen klassischen Mix-Wettbewerbe. Die sind heute aber einfach nicht mehr so relevant. Da ist diese Form eines stilistisch breiter angelegten Contests wirklich viel zeitgemässer. Die Vielfalt macht es doch heute aus, es ist doch viel besser, als wenn ein DJ nicht den ganzen Abend lang House brettert oder Hiphop jammt. Wirklich innovativ ist meist, wenn jemand versucht, verschiedene Sounds und Stile virtuos miteinander zu vermischen. Und dafür ist das Red Bull Thre3Style eine grossartige Plattform. Zum Beispiel ein Hippiestück gefolgt auf einen Funktrack und dann wieder ein Dubstep-Knaller: Das wollen die Leute doch hören.
Du hattest am Weltfinale in Paris letztes Jahr den dritten Platz erobert. Welchen Tipp gibst du Bazooka als diesjährigen Schweizer Vertreter auf den Weg?
Vielleicht kann er seine Show noch etwas verfeinern? Wobei, wenn er sie so bringt wie heute, dann hat er eigentlich sehr gute Chancen. Mit seiner Ausstrahlung, seinem Auftreten.
Das war eben ja wieder eine sehr energetische Show...
Es war einfach vom Anfang bis Ende spannend und es gelang Bazooka, immer noch einen drauf gelegt. Und noch einen. Und dann diese Aktion mit der Nagelfeile. Wo alle gedacht haben, jetzt lässt er gleich die Konfettibombe los, hat er sich in aller Ruhe die Nägel gefeilt. Und dann kam plötzlich doch die Bombe, das war cool.
Vielen Dank für dieses Gespräch, Eres. Und wie verbringst Du jetzt noch den Rest des Abends?
Jetzt trinke ich noch ein, zwei Bier hier und fahre dann gemeinsam mit Larry King und Bazooka zurück nach Basel. Das wird wohl eine ziemlich lustige Heimfahrt.
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