Red Bull NordiX ist das Finale nach dem Weltcup-Finale. Auf der Cross-Strecke am Bolgen in Davos kämpfen die Nordic Stars um Positionen und den speziellsten Titel des Winters. Dario Cologna, Marcus Hellner und Co. werden von den jungen Wilden gefordert. Der Eintritt zum Rennen am 2. April ist frei.
Die WM in Oslo ist vorbei, das Weltcup-Finale in Falun steht kurz bevor, doch die letzte grosse Hürde der Nordischen vor den Sommerferien befindet sich in Davos. Am Red Bull NordiX geht es nicht um Punkte, nicht um das grosse Geld, nicht um Startplätze im nächsten Winter. Es geht um Spass und Ehre. Und weil Rennfahrer immer dann am meisten Spass haben, wenn sie gewinnen, werden sich die Nordic Stars am Bolgen nichts schenken.
Streiff und Lauberhorn in einem
Die Strecke des Red Bull NordiX ist sozusagen die Streiff und das Lauberhorn des nordischen Skisports in einem: steil, schnell, technisch und physisch extrem fordernd oder kurz: Furcht einflössend. Auf dem Husarenritt durch die Wellen, Steilkurven und bis zu 20 Meter weiten Sprünge die Ideallinie zu halten ist das Eine, auf den Skis zu bleiben das Andere. Sich im Vierer-Heat gegen die drei Konkurrenten durchzusetzen noch schwerer, und der Aufstieg in der Falllinie einer Skipiste ist eine Leidensgeschichte für sich. Alle Abfahrtskunst ist für die Katz, wenn auf der zweiten Steigung der Saft ausgeht.
Keine Angst vor der Herausforderung hat Dario Cologna. Für den Münstertaler ist das Rennen am Bolgen ein halbes Heimspiel. Seit Jahren lebt und trainiert er in Davos. An der Premiere 2010 konnte er nicht dabei sein. Aber am Red Bull NordiX kommt in der nordischen Szene niemand mehr vorbei. «Ich habe die Bilder im Internet gesehen. Beeindruckt haben mich die spektakulären Sprünge», erklärt Cologna wenige Wochen vor der Ausgabe 2011. Auf seine Stärken angesprochen meint er: «Als Distanzläufer liegt meine Stärke wohl im Aufstieg. Da ich als kompletter Langläufer gelte, hoffe ich aber auch in den anderen Teilen gut abzuschneiden.»
Cologna und andere Nordic Stars
Das hoffen auch andere, etwa die frisch gebackenen Weltmeister Marcus Hellner (SWE) und Alex Harvey (CAN) oder Martin Koukal (CZE), der 50km-Weltmeister von 2003. Er führt das starke Grüppchen der tschechischen Nordic Crosser an, das mit Dan Maka und Martin Jaks 2010 einen Doppelsieg feierte. Tor Arne Hetland (NOR) dominierte die Langlaufsprints von Mitte der Neunziger bis Mitte der Nullerjahre und trainiert heute die schnellsten Schweizer. Am Red Bull NordiX zeigt der 37-Jährige, wie explosiv er selber noch ist. Das Gleiche tut seine Frau Curie Hetland, welche ebenfalls zum Schweizer Trainerstab gehört. Die Weltklasse Langläufer und -läuferinnen erwartet harte Konkurrenz aus dem Biathlon – zum Beispiel alle drei Gasparin-Schwestern (SUI) – und aus der Nordischen Kombination.
Fürchten müssen die arrivierten Athletinnen und Athleten auch den Angriff der jungen Wilden, sowie einiger Lokalmatadoren. Gaudenz «Gagi» Flury zum Beispiel begeisterte am Red Bull NordiX mit grossem Kämpferherz. Im Starttor werden wieder die aus dem Hochalpinen Institut Ftan stehen, um ihren Idolen den Saisonausklang zu versalzen. All das verspricht ein gut gepfeffertes Spektakel für die Zuschauer. Am 2. April wird es am Bolgen spassig ernst.
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