Red Bull Thre3Style Bazooka Red Bull Contentpool

Die dritte Nacht der Red Bull Thre3style Gruppenfinals in Vancouver toppte die beiden vorhergehenden – und das nicht nur, weil statt bisher vier nun fünf Konkurrenten am Start waren. Das Donnerstagspublikum von Vancouver kam in der festen Absicht, Gas zu geben, und die Wettbewerbsteilnehmer und Headliner gaben alles. Auch der Schweizer Finalist Bazooka griff tief in die Trickkiste und holte sich im Fortune Club sein Ticket für das Finale am Samstag.

Der Fortune Sound Club war voller als ein Postamt kurz vor Weihnachten, und das schon um zehn Uhr abends. Die Goodfellas eröffneten den Abend und zauberten mit ihrer Mitsing-Version von Biz Markies “Just A Friend” ein Grinsen auf alle Gesichter. Von dem Moment an wusste das Publikum, was auf seine Ohren zukommen würde.

Der erste Teilnehmer, DJ Big Al aus Glasgow, fing mit dem unverkennbaren “Soul Man” von Sam und Dave an und liess von da an keine Sekunde mehr nach. Rasch entwickelte er ein Meta-Set, indem er „Bad Booys“ von Inner Circle in Puff Daddys “Bad Boy 4 Life” übergehen liess. Das Herz der Indie-Fans eroberte Big Al, indem er den Fake-Blood-Remix von Miike Snows “Animal” anspielte, um dann mit der Themenmelodie von “Cheers” den Ton für den weiteren Verlauf des Abends anzugeben. Der japanische Teil des Vancouver Publikums setzte sich klar für seinen Landsmann ein, DJ 8 Man, der gleich von Anfang an mit einer Nummer von Rage Against the Machine den Rock-Tarif durchgab und gleichzeitig die Tänzer mit einer fetten Version von Fatboy Slims „Gangster Tripping“ herausforderte.

DJ Pho aus Columbia setzte auf regionale Sounds, legte mit einem furiosen Set von midtempo Latin-Jams los und akzentuierte dazwischen mit House-Hits und einem Dubstep-Remix von MSTRKRFTs “Bounce.” Dänemark steuerte seinen DJ Ken K zur Party bei, der seinerseits ein ebenso tanzbares wie lobenswertes Set hinlegte. Für einen sehr zeitgemässen Kick sorgte „Levels“ von Aviici, und die Klassiker zum Abschluss, Alice Deejays “Better Off Alone” oder “Money For Nothing” von den Dire Straits standen dem Set von DJ Ken K gut an. Als er fertig war, lief dem Grossteil des Publikums der Schweiss in Strömen über den Körper.

DJ Bazooka - eine Klasse für sich
Obwohl sie es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, trafen die Clubber dann auf den späteren Sieger: Der Schweizer DJ Bazooka platzierte sich hinter den Plattentellern und mit seinem Set auf einem Platz in den Finals. Bazooka spielte mindestens sechs verschiedene Styles – was ihm eigentlich nicht nur einen, sondern sogar zwei Thre3style-Championship-Gürtel einbringen müsste. Bisher ist er der einzige, der ein Kuduro-Set spielte und sich auch nicht von Styles wie Jungle abschrecken liess. Ausserdem ist sein Scratching ziemlich talentiert; so etwas hört man selten. Spätestens nach „Fly Away“ von Lenny Kravitz wusste jede und jeder im Publikum, dass Bazooka nicht irgendein dahergelaufener DJ ist.

Während sich die Kampfrichter berieten, machte sich Just Blaze daran, das Sound System von Funktion One so richtig in die Mangel zu nehmen. Er beehrte das Pazifik-Publikum mit einem soliden Set Westcoast-Rap. Nach der Durchsage, dass DJ Bazooka weitergekommen sei, gab es für Team Kanada kein Halten mehr – nicht umsonst sind sie die ungekrönten Könige der Partywelt. Wenn das so weitergeht, könnte es gut sein, dass die Finals vom Samstag ganz Vancouver in die Knie zwingen. 


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