«Die Red Bull Jungfrau-Stafette ist ein Anlass für mobile Menschen», sagt Daniel Suter, Direktor des Verkehrshauses in Luzern zu den rund 350 Anwesenden, knapp fünf Wochen vor dem grossen Rennen durch die Schweiz. Der Ort passt zum Rennen, an dem Ausdauerathleten, moderne Extremsportler und Oldtimer-Aficionados den Stafettenstab vom Rheinfall über das Jungfraujoch, durchs Wallis und die Zentralschweiz zurück nach Zürich transportieren. Zahlreiche museumswürdige Flugzeuge, Autos und Motorräder kommen dabei zum rasanten Einsatz.
An diesem regnerischen Sonntag informieren sich die Chefs der 42 teilnehmenden Teams zusammen mit zahlreichen Athleten über die Details der vierzehn Etappen. Die Spannung ist spürbar und auch das eine oder andere logistische Problem ist noch nicht gelöst. Schliesslich müssen vierzehn Athleten zur rechten Zeit an unterschiedlichsten Orten bereit stehen, am Jungfraujoch, dem Aletschgletscher oder auf einem Floss im Zugersee.
Heimvorteil Fiescheralp?
«Der Weg ist das Ziel, und den kennen wir bestens», gibt Claudio Zeiter, Chef des Teams Fiescheralp als Motto an. Das wird wohl stimmen, schliesslich führen sechs der vierzehn Etappen der Red Bull Jungfrau-Stafette durch seine Heimat. Als grössten Trumpf seiner Mannschaft nennt er Martin Anthamatten, den frisch gebackenen Sieger der Patrouille de Glaciers, der für das Team Fiescheralp über den Aletschgletscher laufen wird. Die Walliser gehören zu einer Gruppe von etwa zehn Equipen, die mit starken Läufern und Radsportlern zum Kreis der Favoriten gehören.
Die neue Streckenführung verspricht Spannung bis zum Schluss: Auf die Schwimmstrecke über den Zugersee folgen 30 anforderungsreiche Mountainbike-Kilometer über den Zugerberg und eine ebenso harte Laufstrecke über Albis und Uetliberg ins Ziel in Zürich. Man darf gespannt sein, wie sich die Fiescherälpler fern der Heimat schlagen.
Tessiner auf der Überholspur
Das Raiffeisen Win Team Ticino trägt den Sieg im Namen und gehört mit einigen erstklassigen Athleten aus dem sonnigen Süden der Schweiz zu jenen, die an der Red Bull Jungfrau-Stafette für Spektakel sorgen dürften. Zwar betonen sie, dass der Spass im Vordergrund stehe, aber man kann sich ja auch auf der Überholspur vergnügen. Patrick Calcagni, der 2009 zurückgetretene Radprofi aus Melide sitzt nach wie vor täglich auf dem Velo. Für Marco Gazzola, der verschiedene mehrtägige Wüstenmarathons und Extrembergläufe weit vorne im Feld beendet hat, ist die Strecke vom Aletschgletscher aufs Eggishorn ein besseres Aufwärmen. Und auch Igor Nastic hat als international aktiver Langstreckenschwimmer schon grössere Prüfungen bestanden als die zwei Kilometer über den Zugersee. Mit Stefano Canavesi im 34er MG Magnette haben sie zudem einen sportlichen Fahrer mit einem kräftigen Wagen, der die Marschtabelle von Visp nach Sion problemlos einhalten dürfte.
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