Oliver Johnston aka Dorian Concept hat es in den letzten Jahren von der Clubstage bis in die Royal Albert Hall geschafft. Bei der Red Bull Music Academy Session beim Springfestival in Graz erzählte der Synth-Wizzard über seine musikalische Erziehung, seine Liebe zu Moll und verkopfte Musik.
Ich hab als Kind viel Klavier gespielt, aber mehr weil es die Eltern wollten. Mir hat mehr so ein Fisher Price-Keyboard getaugt, auf dem hab ich meine Interpretation von Peter und der Wolf gespielt.
Mit 13 hab ich dann das erste mal Tupac gehört, da kam auch die erste Vienna Scientists Compilation raus und ich wollte unbedingt wissen, welche Moll-Akkorde die und Kruder & Dorfmeister da verwendet haben und mit den Klavierstunden war es dann vorbei.
Ich hab natürlich probiert, diese jazzigen Beats, die sehr stark am Hip Hop orientiert sind, nachzubauen. Das war alles sehr stümperhaft.
Nein, nicht wirklich. Ich hab zwei Jahre Komposition in Salzburg studiert, aber ich kann immer noch nicht wirklich Noten lesen. Ich kann Moll, kenn die Akkorde, hab mich aber lang gefürchtet, vor Jams mit echten Jazzern.
Ich bin ein grosser Moll-Fan. Einer meiner musikalischen Helden Squarepusher macht seine meisten Tunes in Moll, das geht einfach besser und klingt fetter, eben molliger. Mein Künstlername kommt ja auch von der Dorian Scale, nicht wie man glauben könnte, von Dorian Grey.
Für viele kommt das sicher verkopft rüber, aber ich hab oft das Gefühl, dass ich schon viel zu poppig bin. Am wichtigsten ist es, dass es mir gefällt, weil ich bin zwar schon clubtauglich, aber kein David Guetta. Oft lote ich aus, mit wie viel komischen Shit man davon kommt. Mein Traum ist es, die komischste Musik zu machen, zu der man sich trotzdem bewegen muss. Aber Björk oder Radiohead sind auch gross und berühmt und es gibt Platz in der Pop-Welt für komische Musik.
Ein Freund, Domu, der auch meine ersten Sache veröffentlicht hat, kennt Gilles gut und hat ihm die Sachen zugesteckt. Nachdem das einige Monate öfter gelaufen ist, hat er mich zu einer Show eingeladen. Das war schon aufregend, aber ich bin da nicht so nervös, weil ich 1,5 Dioptrien hab und gern trinke, da sehe ich dann nicht, ob da 200 oder 20.000 Leute stehen.
Das war schon eine Riesensache. Ninja Tunes feiert gerade 20 Jahre und sie hatte das ganze Cinematic Orchestra am Start. In London geht alles extrem schnell und es gibt keine Zeit zum Rumzuhängen. Ich hab dort mit meinem alten Freund Cid Rim an den Drums gespielt und wir hatten extrem wenig Zeit zu Proben. Aber die Streicher waren so Top, dass das gereicht hat.
Seine EP Her Tears Taste Like Pears ist auf Ninja Tune erschienen.
Dorian Concept spielt am Samstag 18. Juni auf der Red Bull Music Academy Stage am Urban Art Forms Festival in Wiener Neustadt.
Er ist auch als Keyboarder live mit Flying Lotus diesen Sommer unterwegs, hier einige Termine:
10. Juli, Pitch Festival, Amsterdam, Holland
12. Juli, Wuk, Wien, Österreich
13. Juli, Joy Eslava, Madrid, Spanien
15. Juli, Lovebox Festival, London, England
16. Juli, Dour Festival, Dour Festivalground, Belgien
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