Der Münchner Olympiapark platzte beim ersten Stopp der Ice Cross Downhill Weltmeisterschaft 2010 aus allen Nähten. 64 Cracks aus 20 Nationen stürzten sich in einen 400 Meter langen und mit Sprüngen, Wellen und Schikanen gespickten Eis-Parcours. Martin Niefnecker (GER) rangelte sich in voller Eishockeyausrüstung zum Sieg. Der Schweizer Kim Müller (Airolo) belegte sensationell den 3. Rang. 50'000 Fans strömten bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt an das Renngelände.
Mit Körpereinsatz, Gleichgewichtsinn und einer Extraportion Adrenalin skateten Martin Niefnecker (1./GER), Gabriel Andre (2./CAN) und Kim Müller (3./SUI) durch den steilsten Kunsteis-Parcours der Welt und zeigten den skandinavischen Favoriten bei der Red Bull Crashed Ice World Championship die Grenzen auf.
390 Kubikmeter Kunsteis machten das Gelände der Olympischen Sommerspiele von 1972 zum Wintersportmekka. "Wahnsinn! Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Ich bin zwar total fertig aber überglücklich, dass ich hier auf das Podest fahren konnte", erklärte Müller.
Sprünge, 4 Roller und ein maximales Gefälle von 30 Prozent sorgten am technisch anspruchsvollen Kurs für Geschwindigkeiten über 50 km/h. “Ich habe in den letzten zwei Tagen mehr blaue Flecken als in meiner gesamten Eishockey-Karriere einstecken müssen. Es hat sich bezahlt gemacht“, jubelte der 19-Jährige Sieger aus Garmisch-Partenkirchen nach dem finalen Vierer-Cross-Downhill-Rennen.
Für die restlichen Schweizer endete die ´Rutschpartie' meist kopfüber in der Bande. Kilian Braun schaffte es bis ins Halbfinale und belegte die 7. Position. Andreas Rüegge (Basel), Reto Mäder und Oliver Gurtner (Bösingen) landeten auf den Rängen 10, 11 und 12. Arttu Pihlainen (FIN/9. Rang/zweifacher Sieger) musste sich bereits im Viertelfinale geschlagen geben. Favorit Jasper Felder fehlte verletzungsbedingt.
Erstmals in der neunjährigen Geschichte wird 2010 eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Am 20. März 2010 findet in Quebec (CAN) das finale Rennen statt.
“So werden Sportevents in der Zukunft aussehend“, ist der ehemalige norwegische Slalom-Olympiasieger Finn Christian Jagge überzeugt, der in der Qualifikation gescheitert war.
Resultat Red Bull Crashed Ice München:
1. Martin Niefnecker (GER)
2. Gabriel Andre (CAN)
3. Kim Müller (SUI)
4. Michael Urban (CZE)
5. Lari Joutsenlahti (FIN)
6. Lukas Kolc (CZE)
7. Kilian Braun (SUI)
8. Paavo Klintrup (FIN)
9. Arttu Pihlainen (FIN)
10. Andreas Rüegge (SUI)
Weitere Schweizer:
11. Reto Mäder (SUI)
12. Oliver Gurtner (SUI)
18. Janis Lütolf (SUI)
41. Yanick Chatelain (SUI)
54. Marco Adank (SUI)
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