DJ_April_Reign © Red Bull

DJ April Reign ist die Siegerin des Red Bull Thre3Style von Cincinnati. Im Interview erzählt die Botschafterin des Beats von ihren Vorbildern, wie es sich als weiblicher DJ in den USA lebt und wer ihr den Rücken stärkt.

 

Seit wann bist du DJ, April?
Seit gut zehn Jahren.

Wie bist du zum Auflegen gekommen?
Ich bin in Ohio auf die Universität gegangen, in Wilbeforece. Da es mitten im Staat liegt, ist es nicht weit in die grossen Metropolen, also waren viele Studenten aus Chicago, Detroit und New York. Bei den Parties, bei denen ich damals mit dem Auflegen begann, legte ich mir gleich mal ein breites stilistisches Spektrum zu, damit für alle was dabei sein würde. Meine Sets haben ihre Wurzeln in den verschiedensten Genres: Chicago-House, Go-Go-Funk aus DC, aber natürlich auch Reggae und HipHop.

Was war das erste, was du (neben dem Mixen) gelernt hast?
Den Flow des Publikums zu spüren und einen Genrewechsel mit einem Scratch oder einem Stimm-Sample im richtigen Moment einzuleiten.

Wer waren deine ersten musikalischen Helden/Vorbilder?
Ich wollte eigentlich als erstes das Beatbasteln lernen und bin absolut vom goldenen Zeitalter des HipHop, Anfang bis Mitte der Neunziger Jahre, geprägt: DJ Premier und Pete Rock sind meine Klassiker. Da sie als Produzenten ihre Wurzeln im DJ-ing hatten, dachte ich mir: „Gut, fängst du eben mit dem Auflegen an, dann lernst du, was dem Publikum gefällt und kannst später eigene Beats in die eine oder andre Richtung produzieren!“

Du unterrichtest DJ-ing auch in einem Jugendzentrum, stimmt's?
Richtig, ich leite Workshops für Kids aus eher roughen Vierteln in meiner Heimatstadt Cincinnati. „Elementz“ nennt sich unser Programm und wir helfen den Jungs und Mädels ihre überschüssigen Energien in kreative Bahnen zu lenken. Die meisten Jugendlichen, die bei uns Kurse belegen, wollen unbedingt MC werden – das Mikrophon zieht sie magisch an. Auflegen wollen hingegen fast ausnahmslos Jungs lernen.

Wie sieht's mit dem Produzieren aus?
Ich produziere HipHop-Tracks für MC Mahogany, unser gemeinsames Projekt heisst dementsprechend Mahogany Reign.

Ist es härter für eine Frau oder für einen Mann, sich als DJ durchzusetzen?
Das Auflegen ist für eine Frau Segen und Fluch zugleich. Es gibt einfach nicht all zu viele von uns und man will schliesslich nicht gebucht werden, weil man eine Frau ist, sondern weil man gut auflegen kann. Um dem Gender-Faktor entgegenzusteuern, der wohl oder übel manche Veranstalter dazu verführt, mich zu buchen, lege ich mich oft erst so richtig ins Zeug, um meine Skills zu beweisen.

Wie bist du zu Red Bull Thre3Style gekommen?
Aaron Lutze von Red Bull USA war an einer Kooperation mit Elementz in Ohio interessiert und brauchte noch einen DJ für die Qualifikation – ich habe ihm einfach einen Mix auf CD gegeben und er hat sich für mich entschieden.

Was denkst du, hat den Judges an deinem Set in Cincinnati gefallen?
Im Unterschied zu den anderen Djs habe ich ein paar Tricks und Show-Einlagen in meine Performance eingebracht. Vielleicht hat ihnen auch gefallen, dass ich Freestyle aufgelegt habe: HipHop, klassischen Rock, Dub, Old School… Ich habe einfach schon viel Erfahrung und da ich in letzter Zeit nicht so tief in den DJ-Zirkus involviert war, konnte ich eine verspielte Aussenseiter-Attitude ins Feld führen – und das hat super geklappt.

Was erwartest du vom Red Bull Thre3Style-Finale?
Harte Konkurrenz! Deswegen muss ich bis dahin mein Set noch ein wenig konzentrierter ausarbeiten. Aber wenigstens weiss ich warum ich mich drauf einlasse: Ich repräsentiere Elementz! Wenn ich gut abschneide, können die Kids in Cincinnati stolz auf mich sein und auf den Geschmack kommen, wie weit man es mit zwei Plattenspielern bringen kann.

 

Mehr zu Red Bull Thre3Style erfahrt ihr hier.

 


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