Seit Red Bull Thre3Style vor drei Jahren in Kanada als überregionaler DJ-Contest durchstartete, ist der 27-jährige Skratch Bastid als Judge und DJ fester Bestandteil des Events. Der in Montreal lebende Bastid hat sich zu einem der begehrtesten DJs Kanadas entwickelt und gehört zu den fleissigsten Party-Rockern des Landes. Er nahm an den DJ World Championships teil und gewann bereits drei Mal den legendären Scribble Jam in Cincinniati. Sein DJ-ing repräsentiert in vielerlei Hinsicht genau das, worum es in der Red Bull Thre3style geht. Zusammen mit seiner Erfahrung und Bescheidenheit macht ihn das zum absolut unverzichtbaren Judge bei Red Bull Thre3Style.
Gib uns als erstes bitte einen Überblick über deine DJ-Karriere.
Ich begann mit 15 als DJ. Getrieben von meiner regelrechten Besessenheit mit Hip Hop-Musik wollte ich selber gute Musik spielen, jenseits von dem, was man im Radio oder TV hörte. Kurz darauf begann ich mit dem Scratchen und wollte möglichst schnell mehr dazulernen.
Ich arbeitete meinen Weg in DJ-Battles hoch, und ich durfte bei einigen Top-Competitions mitmachen. Gerade während dieser Zeit, zwischen 1998 und 2005, waren DJ-Contests und Scratch-Battles sehr populär und ich erarbeitete mir den Ruf eines guten Battle-DJs. Gleichzeitig beschäftigte ich mich auch mit Mixing und war als Club-DJ unterwegs. Zuerst in Halifax, wo ich aufgewachsen bin, und später in ganz Kanada. Die meisten Competitions verlangen von dir ein technisches Set von 3 bis 5 Minuten. In einem Club muss ich natürlich viel länger auflegen und so fing ich an, das technisch Anspruchsvolle mit dem Party-DJing zu vermischen. So konnte ich mir einen Namen machen und konnte in Kanada meinen Bekanntheitsgrad ständig steigern.
Wie sieht es aus mit deiner Vergangenheit als DJ bei Red Bull Thre3Style?
Kenn MacIntyre, der Red Bull Kulturmanager in Kanada, startete das Red Bull Thre3Style etwa vor drei Jahren. Er fragte mich damals, ob ich Lust hätte zu judgen und ein paar der Events zu hosten. Er wollte auch von mir wissen, ob ich Ideen hätte betreffend der Gestaltung des Events. Das war ein rein freundschaftliches Ding, also noch gar nichts Offizielles. Er wusste einfach, dass ich mich mit solchen Sachen auskenne und mein Style ging wohl genau in die Richtung, in der sie die Competition gestalten wollten: Ein bisschen technische Spielereien in Verbindung mit der Fähigkeit, einen Dancefloor mit der richtigen Musikauswahl zu rocken.
Dieser Mix aus technischen Skills und dem Gespür für die Unterhaltung der Crowd, inwiefern äussert sich das in der Competition?
Wenn du ankommst und ein technisch absolut brilliantes Set hinlegst, dabei aber die Leute nicht zum abtanzen bewegen kannst, kriegst du Abzug in der Bewertung. Genauso gibt’s Abzug, wenn du nur die fettesten Party-Beats auflegst, dabei aber das Mixing und Scratching vernachlässigst. Das Konzept des Events setzt diese Anforderungen aber ohnehin voraus, da es ja darum geht, dass alle Beteiligten eine gute Party feiern.
Rockt einer einfach nur die Crowd, dann langweilt er uns Judges. Auch wir wollen etwas geboten kriegen, technische Schwierigkeiten sehen, und so weiter. Dafür geben wir Punkte. Wir sind alle DJs, und wir sehen, wenn einer bloss noch hinter den Turntables steht und sich besäuft.
Warum werden in jedem Set drei Musikstile gefordert?
Ich denke der Grund für diese Aufgabe ist, dass wir DJs aller Arten da draussen ansprechen. Wir wollen DJs die, egal aus welcher Musikrichtung oder Szene sie kommen, sagen‚ „ich bin der Beste, ich rocke die Crowd am härtesten!“ Das war die Grundidee des ganzen. So muss nämlich jeder aus seiner bekannten Zone ausbrechen und etwas Neues wagen. Das ist die grosse Herausforderung, da steckt der Reiz für die DJs und auch fürs Publikum. Das Mixen von Genres ist eine echte Kunst. Ich bin mir sicher, dass du schon schlechte Mash-Ups gehört hast. So ein Set mit Klasse und Finesse abzuliefern ist sehr schwierig.
Wie sieht denn so ein richtig geiles Red Bull Thre3Style Set aus?
Die besten Sets, die ich gehört habe, erzählen immer eine Art Geschichte. Darüber hinaus ist gut, wenn der DJ Songs auswählt, die du dir kaum in ein und dem selben Set vorstellen kannst. Du würdest also nie daran denken, diese beiden Tracks zu mischen. Und dann plötzlich mixt dieser DJ sie zusammen und wie durch Magie passts. Wenn musikalische Grenzen aufgehoben werden, und zwar direkt vor deinen eigenen Augen, das sind die Momente, die wir suchen bei Red Bull Thre3Style.
Was denkst du bringt es einem DJ, am Red Bull Thre3Style mitzumachen – ausser zu gewinnen natürlich?
Durch diese Herausforderung wird ein DJ aus seiner ‚Comfort Zone’ gerissen. So entdeckt man oft ganz unverhofft neue und vor allem andere Musik. Das ist sehr wichtig heutzutage. Früher hatte man Rocker, Rapper oder House-Freaks – aber heutzutage fliesst das alles durcheinander. Jeder mag ein bisschen von allem und genau so, denke ich, funktioniert die Welt heute. Wir haben immer weniger Leute, die sich auf ein Genre beschränken wollen.
Und die Teilnahme gibt dem DJ natürlich eine Referenz, auf die er sich beziehen kann. Nur schon an der Red Bull Thre3Style 2010 dabei zu sein, heisst etwas. Der DJ kann sich so einen Namen machen.
Und zum Schluss, hast du noch einen Tipp für diesjährige Teilnehmer?
Gehe Risiken ein. Wenn du dich weit aus dem Fenster lehnst und es funktioniert, dann kommst du weiter und hebst dich von all denen ab, die einfach nur ihr Ding durchziehen. Wenn ich erkenne, dass du getüftelt und probiert hast, bis du etwas abgefahrenes, etwas noch nie dagewesenes entdeckst oder kreierst, dann kommst du weit.
Mit drei verschiedenen Musikstilen kannst du sehr kreativ arbeiten. Denke ausserhalb von Grenzen oder allem was du bisher gekannt hast. Du kannst viel lernen und erreichen indem du etwas wagst. Wenn du es schaffst, zwei komplett verschiedene Dinge – sagen wir Pavarotti und Lil Jon – zusammenzumixen und es geht auf, dann wird die Sache richtig heiss.
Für Mehr Info zu Skratch Bastid, check seine Website www.skratchbastid.com
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