Jason Paul (c) Justin Kosman/Red Bull Photofiles


Als mehrfacher Gewinner des Red Bull Art of Motion ist Jason Paul Deutschlands Aushängeschild in Sachen Freerunning. Im Interview spricht der 20jährige Frankfurter über seine Inspiration für neues Moves, die Zukunft des Freerunnings und seine persönlichen Grenzen.


Du warst beim Red Bull Art of Motion in London dabei: War es ein gelungener Saisonauftakt?

In London waren die besten Freerunner der Welt am Start und ich bin unter die Top 5 gekommen. Damit bin ich sehr zufrieden. Es war übrigens der bisher beste Red Bull Art of Motion-Event: eine großartige Stadt, eine geile Location und ein perfekter Kurs.

Hast du Danny MacAskill getroffen?
Leider nein. Ich hätte gerne mit ihm gesprochen. Aber sein Auftritt war wirklich beindruckend.

Hast du im Winter an deiner Performance gearbeitet?
Das ist in Deutschland im Winter relativ schwer. In den Monaten mit Schnee und Kälte arbeite ich lieber an meiner Kraft und Kondition und schaue, dass ich fit bleibe.

Was inspiriert dich zu neuen Moves?
Meine Umgebung. Meistens gehe ich einfach raus und überlege, was ich hier machen kann. Dann denke ich möglich Bewegungen durch und so entstehen neue Moves.

Trainierst du deine Tricks direkt im Gelände oder zuerst in der Trainingshalle?
Meistens gleich draußen. Man muss sich nur vorsichtig an die Sache herantasten. Es gibt auch Grenzen, wo ich dann sage: Das möchte ich jetzt lieber nicht ausprobieren.

Beim Freerunning zählen Technik, Ausführung, Bewegungsfluss, Kreativität und Style. Was ist deine Stärke?
Der Bewegungsfluss. Es geht darum, bei einem Run nicht stehenzubleiben. Man muss den Kurs in einer großen flüssigen Gesamtbewegung durchfließen. Beim idealen Run ist man wie Wasser, immer in Bewegung und durch nichts aufzuhalten.

Das klingt aber – im Sinne der Effektivität – mehr nach Parkour als nach Freerunning?
Nur bedingt, weil es auch um das spielerische Element geht. Beim Parkour will ich nur schnell und sicher von A nach B kommen. Beim Freerunning sehe ich die Bewegung als künstlerische Möglichkeit.

Hast du schon mal einen perfekten Run geschafft?
Nein, weil die Ansprüche immer steigen. Ich könnte zwar zufrieden sein, wenn ich alle Bewegungen, die ich mir für einen Run vornehme, auch umgesetzt habe, aber es gibt immer Raum für Verbesserungen…

Den „Besser geht’s nicht“-Lauf wird es also nie geben?
Das befürchte ich.

In welche Richtung wird sich Freerunning entwickeln? Ähnlich wie beim Snowboarden: höhere Sprünge und mehr Drehungen bei den Tricks?
Das glaube ich eigentlich nicht. Die Zahl der Saltos und Schrauben wurde im Vorjahr schon ziemlich ausgereizt und irgendwann kann man einfach nicht noch mehr springen. Die Grenzen in unserem Sport sind da viel klarer als beim Snowboarden.

In welche Richtung geht es dann?
Wichtig wird sein, einen eigenen Style zu entwickeln. Immer mehr junge Menschen machen den Sport und viele davon werden irgendwann auch die schweren Tricks beherrschen. Da muss man schließlich mit dem persönlichen Style aus der Masse herausstechen.

Du bist Mitglied des Ashigaru-Teams? Was genau macht ihr da?
Wir sind das größte deutsche Parkour-Team. Uns geht es einerseits um die Nachwuchsarbeit, das heißt, wir trainieren mit den Kids und bieten Workshops an. Anderseits machen wir auch Shows und sind bei Videodrehs dabei.

www.jasonpaul.de

 


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Word auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details