Kackmusikk.jpg

Kackmusikk? Ein Künstlername wie ein Hupkonzert. Die nahe liegende Interpretation: Der Innerschweizer Bassafficionado mag es gerne dreckig. Dreckigen Club-Sound, versteht sich. Und der gedeiht nicht nur in den Metropolen dieses Planeten, sondern auch in Luzern, wo Raphael Spiess herkommt. Diesen Herbst reist er an die Red Bull Music Academy in Madrid.

Einmal, im Zürcher Club Hive, sei ihm der Mixer abgelegen. Plötzlich, scheinbar aus dem Nichts, ohne erkennbaren Grund. Gut, er habe zwar schon ziemlich wild rumgefuchtelt an den Turntables, gibt Kackmusikk im Interview zu erkennen. Da war ein Knall, gefolgt von einem langsam schwächer werdenden Störgeräusch, welches aus den Boxen röchelte. Schwarzes Display am Mixer. Game over. „Das war dann für mich spannend zu beobachten, wie ich jetzt reagiere: Verliere ich die Nerven vor den Clubbern? Oder schaffe ich es, ruhig zu bleiben? Letzteres war der Fall. Das war für mich dann wirklich cool.“

Heavy Metal im Elternhaus
Kein Zweifel: Es ist ein ungestümer Spieltrieb, den Raphi Spiess beim Mixen an den Tag legt. Dabei hat Raphi Spiess aber meist ein äusserst glückliches Händchen, wenn er Tracks mit Effekten verziert, loopt, auseinandernimmt und wieder zusammensetzt. Wie das stilistisch rüberkommt? Seine Sets verschränken auf äusserst fantasievolle Weise Genres wie Bailefunk und Eurodance. Oft legt er aber einfach auch Bassmusik auf, schwergewichtige Trommelbeats. „Rabiate Beats, die gefallen mir. Da kann es dann schon mal so richtig rocken.“. An diesem Faible seien seine Eltern nicht ganz unschuldig. Die seien grosse Heavy Metal-Fans. Das hätte weitaus grösseren Einfluss auf seinen musikalischen Werdegang gehabt als der obligate Flötenunterricht in der Primarschule, schmunzelt Spiess.

Rambazamba
Als Produzent habe er zwar habe er schon früh Hiphop-Beats geschnitzt, und mit Leuten mit Greis kollaboriert, aber so richtig losgegangen mit dem Clubsound sei es erst vor zirka vier Jahren. Tropical, dieser kunterbunte Basssound der in Städten wie Rio, Caracas oder Kairo produziert wird, war der Zünder.

Rambazamba, hat dem mal der deutsche Tropical-Vordenker Daniel Haaksmann in gänzlich zutreffendem deutschen Kalauer gesagt. Auf Man Recordings, Haakmanns Label, ist ein Remix von den Hood Regulators erschienen, der DJ-Combo, bei der Spiess mitwirkt.

„Ich will jetzt nicht pseudoromantisch klingen: Aber ich mag diesen ungeschliffenen Sound, den man fast überall auf der Welt antrifft. Der scheint mir ganz einfach offener und ehrlich zu sein, als so vieles was da in den Clubs gespielt wird.“. Offen und ehrlich: Mit seiner geradlinigen Luzerner Chuzpe hat Kackmusikk auch die Spezialisten der Red Bull Music Academy überzeugt. Vom 23. Oktober bis 4. November weilt Spiess als Schweizer Vertreter in Madrid, wo die Red Bull Music Academy dieses Jahr stattfindet. Was Herr Kackmusikk im Gepäck sicher dabei hat? „Mein Equipment, das darf natürlich nicht fehlen. Und meine Freundin, die soll auch mitkommen.“.

Profil Kackmusikk
Name: Raphael Spiess
Künstlername: Kackmusikk
Wohnort: Luzern
Alter: 29
Music Style: Dubstep, Funky, Tropical Rave
Skills: Producer, DJ
Webpage: www.myspace.com/backyardbeatsmith
Red Bull Music Academy: Term 1: 23. Oktober bis 4. November 2011
 


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Word auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details