Boom! Die finalen Beats der Red Bull Music Academy 2010 klingen noch nach, die letzten E-Mail-Adressen und frisch gemachten Songs werden getauscht. Sechzig der hellsten musikalischen Köpfe aus jedem Kontinent trafen auf die Pioniere, die sie seit Jahren inspirieren. Teilnehmer aus der Schweiz, Brasilien, Russland und Kanada reisten durch Zeit und Sound, doch am Ende führten alle Wege nach London.
Der Jahrgang 2010 lebte in einem High-End-Aufnahmestudio und acht kleineren Studios, bestückt mit Instrumenten und Drum Machines, die Tag und Nacht Beats ausspuckten. Die Kollaborationen liefen kreuz und quer und schufen Verbindungen die niemand für möglich gehalten hätte. Einige musikalische Fussspuren haben hier begonnen, die wir in den nächsten Jahren mit Interesse verfolgen werden.
In den Vorträgen des berüchtigten französischen Elektrokönigs Ed Banger, der englischen Sound System-Legende Aba Shant-I und des mysteriösen Detroit House-Produzenten Moodymann verbreitete sich das Wissen schneller als Schallwellen. Der englische Rap Antreiber Roots Manuva kommentierte: «In den härteren Zeiten in Brixton wünschte ich mir eine Situation wie diese hier.»
Bass Camp
Der Output der Studio Sessions war unglaublich: Der dänische Elektro-Funkateer Robin 'Braun' Hannibal, der australische Teilnehmer Ross McHenry und Manzilla, der umwerfende Drummer aus Neuseeland, kreierten einen sanft verschlungenen, langsamen Jam über den der Brasilianer Gabriel Nascimbeni und Katy B aus Grossbritannien eine zweisprachige Konversation sangen. Ross meinte nur: «Die Academy hat mir die Ohren für so vieles geöffnet.»
Die begleitenden Veranstaltungen in der ganzen Stadt bildeten ein vorzügliches Abendprogramm. London steppte im einflussreichen Mega-Club Fabric zur erst dritten Brainfeeder Label-Night der Geschichte: Hauptact war der Academy Alumnus und aktuelle Dozent, de unnachahmliche Beat-Maestro Flying Lotus zusammen mit dem 2010er Teilnehmer TOKiMONSTA.
In der Roller Disco der Academy schickten Moodymann und seine Soul Skaters tief fliegende Grooves in eine traumhafte Nacht, die so schnell niemand vergessen wird, der dabei war. Die südafrikanischen Teilnehmer J.Gomes und Master MP6-60 hielten zusammen mit B.Bravo aus den USA und mit panoramischen Grooves den Room Two im Gleiten.
Dank der Zusammenarbeit zwischen der Academy und der Institution der britischen Musikszene, dem New Musical Express (NME) war das Red Bull Music Academy Radio täglich von 10 Uhr bis Mitternacht auf Sendung. Die UK-Journalistin Emma Warren und ihr Team präsentierten Künstler wie den exzellenten Academy Abgänger Andrey Triana, der in einer Session live über den Äther sang und Gitarre spielte. Was im Radiostudio sonst noch abging kann man sich anhören, indem man auf www.rbmaradio.com nach 'NME' sucht.
In der Zeitung Daily Note brachten einige der feinsten jungen Musik-Journalisten den Londonern die musikalischen Geheimnisse ihrer Stadt näher und dachten über aktuelle Rhythmen nach. Auch die Website und den Youtube Channel der Academy füllten sie mit erstklassigem Video- und Textgut. Der ganze Inhalt wartet auf der Website darauf, zurückgespult und wieder aufgerollt zu werden. Halt die Augen offen nach Academy-Künstlern an den Festivals in deiner Nähe und die nächste Ausgabe der Academy in einem Land weit, weit weg...
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