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70.000 Zuseher, Windspitzen bis zu 60 km/h und 12 Athleten die zum Äußersten bereit sind – La Rochelle hat nach dem 4. Stopp der Red Bull Cliff Diving World Series seiner Sammlung an Superlativen wieder ein paar hinzugefügt.

Unbeirrt davon führte Gary Hunt (GBR) jene Springer an, die in den frühen Abendstunden des 18. Junis unter widrigsten Verhältnissen dennoch zum Wettkampf antraten. Am Freitag hatten die Bedingungen ein Springen von der 27,5 m hohen Plattform unmöglich gemacht und damit wurde diese Runde in nur drei Durchgängen entschieden. Die Bay von Biskaya war der Austragungsort des Halbzeit-Bewerbs in der diesjährigen Auflage der Series und präsentierte auch gleich eine neues Gesicht am Podium – der Luxemburger Alain Kohl belegte hinter Michal Navratil den 3. Platz und schaffte erstmals den Sprung aufs Podest und mischte damit auch die Gesamtwertung ordentlich durch. Der amtierende Champion Hunt konnte sich weiter absetzen und führt das Feld in die zweite Hälfte.
 
Ja oder Nein? Möglich oder nicht? Die Unsicherheit ob man einen sicheren Bewerb unter diesen Wetterbedingungen durchführen könnte, dauerte bis zum Uhr 19.00 Uhr-Gong der Kirchenglocken. Mehr als einmal mussten die Athleten wegen des starken Windes ihren Absprung unterbrechen und mussten an ihre körperliche Grenze gehen. Mit den Bedingungen am besten zurecht kam Vorjahressieger Gary Hunt. Der 27-Jährige führte seine ganze Routine ins Feld und hatte am Ende einen Vorsprung von beinahe 70 Punkten auf seinen ersten Verfolger. Michal Navratil (CZE) holte sich sein zweites Podium in Folge, der Drittplazierte Alain Kohl war überglücklich über sein erstes Top-Drei Ergebnis.
 
In einem ersten Statement nach seinem emotionalen Sieg mein der Brite: „Es geht von Mal zu Mal besser! Heute war ganz speziell herausfordernd. Wir hatten keine Ahnung ob wir den Bewerb überhaupt durchführen könnten und diese Ungewissheit ist hart. Ich bin froh, dass alle gut durch den Bewerb gekommen sind und ihre Sprünge zeigen konnten. Die Zuschauer waren einfach unglaublich, wie immer hier! Ich hab mich sehr wohl gefühlt, darum hab ich auch den Backflip auf der Plattform gezeigt und danach hab ich einfach mein Ding durchgezogen.“
 
Der 27-jährige hat sich nun schon klar in der Gesamtwertung abgesetzt und geht mit 22 Punkten Vorsprung als Führender in die zweite Hälfte der 2011er Saison. Außer dem Führenden hat beinahe jeder eine neue Position in der Gesamtwertung. Die Plätzte drei bis sechs sind nur durch zehn Punkte getrennt. Der Tscheche Michal Navratil übernimmt mit 47 Punkten nun den zweiten Platz vom noch immer verletzten Orlando Duque und der Ukrainer Slava Polyeshchuk liegt auf Platz drei (44 Pkte.). Der Bewerb in Frankreich hat ganz deutlich gezeigt, wie viel in den drei noch ausständigen Wettkämpfen noch geschehen kann.
 
Nicht nur die Gewinner haben ihre Trophäe verdient, auch das frenetische Publikum verdient einen speziellen Preis. Schon um zwei Uhr nachmittags begann sich das Hafenareal zu bevölkern. Jeder wollte die beste Sichte auf den St. Nicolas Turm haben. Bis zum Start um 19 Uhr waren etwa 70.000 Menschen gekommen und feuerten die Springer zu ihrer überragenden Performance in dem möglicherweise herausforderndsten Aufeinandertreffen in der Geschichte der Series an. Nicht einmal ein Wolkenbruch am Nachmittag und starker Wind konnte das bisher größte Publikum stoppen. Die Grande Nation bekam einen spannenden Wettkampf ihres Landsmanns Cyrille Oumedjkane und seinen Konkurrenten vom 700 Jahre alten Turm zu sehen.

 

Nach dem Zwischenstopp in Frankreich zieht die Springerelite nun an einen neuen Austragungsort. Der Gardasee in Italien wird am 24. Juli der 5 Stopp der Serie sein.

 
ERGEBNIS STOPP 4
1
Gary Hunt
GBR
401.45 pts
 
2
Michal Navratil
CZE
333.45 pts
 
3
Alain Kohl
LUX
292.20 pts
 
4
Slava Polyeshchuk
UKR
290.70 pts
 
5
Sasha Kutsenko
UKR
289.40 pts
 
6
Blake Aldridge (wildcard)
UK
287.70 pts
 
7
Artem Silchenko
RUS
187.40 pts
 
 
8
Kent De Mond
USA
183.75 pts
 
 
9
Kris Kolanus (wildcard)
POL
176.90 pts
 
10
Cyrille Oumedjkane
FRA
158.80 pts
 
11
Kyle Mitrione (wildcard)
USA
128.85 pts
 
12
Jorge Ferzuli
MEX
114.50 pts
 
 

 


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