Kilian Braun Red Bull Content Pool

Der 24-jährige Kilian Braun ist am ersten Rennen der Red Bull Crashed Ice Weltmeisterschaft im amerikanischen St. Paul auf den sechsten Rang gefahren. Nun freut er sich auf die nächsten drei Rennen und nimmt sich viel vor.

Kilian Braun, wie wird man überhaupt Red Bull Crashed Ice Fahrer?
Ein Kollege hat mir auf Youtube einen Film gezeigt. Es sah aus, als mache es echt grossen Spass, mit Kufen an den Füssen zu springen. Als ich realisierte, dass im selben Jahr ein Event in Davos angesagt war, habe ich sofort beschlossen, dabeizusein. Allerdings ging die Sache nicht besonders gut aus: Ich habe mich gleich im ersten Run verletzt.

Und trotzdem weitergemacht.
Trotz der Verletzung habe ich realisiert, dass die Sache wirklich Spass macht. Danach lief es auch besser: 2009, ein Jahr nach meiner Premiere in Davos, ging ich in Lausanne an den Start. Dort wurde ich Sechster und schaffte den Sprung ins Nationalteam.

Wie trainiert man auf diese Rennen?
Das ist das Schwierige, richtig trainieren kann man gar nicht. Ich versuche, mir mein Training aus verschiedenen Sportarten zusammenzubauen, Eishockey, Freeski, im Sommer Downhill Bike. Ich bin Student und arbeite im Winter in Engelberg als Skilehrer, das hilft sicher.

Wie fühlt man sich, wenn man oben an so einer 400 Meter langen Piste steht?
Man sollte keine Angst haben, aber immer Respekt. Man hat in St. Paul gesehen, was passiert, wenn die Rider nicht genau wissen, wie sie mit Sprüngen umgehen sollen – es gab relativ viele Verletzte. Die Piste war auch brutal, nicht nur einfach Eis, sondern extrem holprig.

Und wenn man unten ankommt?
Dann spürt man seine Beine, ähnlich wie ein Sprinter. Die Rides dauern ja nicht lange, in St. Paul um die 40 Sekunden, auf längeren Pisten vielleicht eine Minute. Aber die Skates übertragen jede Unebenheit der Piste direkt auf deinen Fuss, und von dort gehen die Schläge in die Beine. Man ist ziemlich genudelt, wenn der Run vorbei ist. Und trotzdem gibt es kein Zögern, man muss immer alles geben – schliesslich könnte jeder Run dein letzter sein.

Mit dir auf dem sechsten, Jim de Paoli auf dem achten und Kim Müller auf dem zehnten Rang hat das Schweizer Team in St. Paul drei Fahrer unter den Top Ten. Ist die Schweiz eine Crashed-Ice-Nation?
Der Sport ist noch nicht so bekannt, aber im Vergleich zu anderen Ländern gehören wir zu den erfahreneren Ridern. Nachdem wir letztes Jahr in der Landeswertung zweite geworden sind und nur Kanada vor uns lag, haben wir natürlich auch dieses Jahr vor, vorne mitzumischen.

Was hast du dir für dich persönlich vorgenommen?
Ich würde gerne am Ende der Serie in den Top Ten stehen und wenn möglich mein Punktetotal vom letzten Jahr verbessern. Da bin ich auf 1600 gekommen. Mit dem 6. Rang in Minnesota habe ich 400 Punkte geholt. Jetzt muss ich einfach mindestens gleich gut weitermachen.

Auf welches Rennen freust du dich am meisten? Es kommen ja noch Holland, Schweden und Kanada.
Das ist schwer zu sagen, weil ich alle Pisten bloss von Bildern kenne. Ich freue mich auf alle Rennen, Red Bull Crashed Ice ist für mich das Highlight des Jahres, weil ich viele Freunde und Kollegen treffe – wir sehen uns sonst nicht oft, weil Kim im Tessin wohnt, Jim in Genf, und ich bin in Engelberg. Auch unter den Fahrern aus anderen Ländern habe ich viele Kollegen. Wir sind eigentlich eine einzige grosse Familie.

Gibt es Pisten, die dir besser liegen als andere?
St. Paul hat Spass gemacht, ich habe mich gefühlt wie auf einer Achterbahn. Grundsätzlich mag ich es schnell, technisch, kurz und knackig.

 

Mehr von Kilian und dem Swiss Team gibt's in der Sendung Freestyle am Montag, 23.01.2012 um 19.00 Uhr auf StarTV.
 


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