Die besten Schweizer Manual Skater machen mächtig Verkehr im Verkehrshaus. Nach einer langen Session und ein paar tausend Manuals haben die Judges entschieden, wer die Schweiz an den Red Bull Manny Mania World Finals in New York vertreten wird. Und bald wisst ihr's auch.
Ah und Oh tönt's aus hunderten von Gesichtern an diesem sonnigen Sonntagnachmittag im Verkehrshaus zu Luzern. Dieses Mal nicht wegen hundertjähriger Postautos und Dampfschiffschrauben sondern wegen der Manual-Parade, welche die Skater an diesem prominenten Ort veranstalten.
Die Innerschweiz auf zwei Rädern
Am dritten und letzten Stopp der Red Bull Manny Mania in der Schweiz kämpfen zuerst die Zentralschweizer um ihre fünf Plätze im nationalen Finale. Schnell zeigt sich, dass auch in der Wiege der Schweiz die Skate Skills weit fortgeschritten sind. Lokalmatador «Chregi» Zemp entlockt dem Speaker so manches langgezogene Oh, etwa mit seinem Switch Ollie über die Ledge to Switch Manual Kickflip out. Das und seine weiteren Tricks reichen für den dritten Rang. Noch höher bewerten die Judges Fabian Dörig, der seine Hinterradfahrten gerne mit Heelflips kombiniert und es nicht nur technisch sondern auch hoch und weit mag. Die feinsten Innerschweizer Füsse demonstriert an diesem Tag Fibi Küng, seines Zeichens Titelverteidiger und 2010 der Schweizer Vertreter an den Red Bull Manny Mania World Finals in New York. Mit seiner enormen Brettkontrolle und seinem Trickreichtum begeistert er Publikum wie Jury und holt sich den Zwischensieg. Für das Schweizer Finale qualifizieren sich auch noch Simon Stricker als Vierter und Stefan Lötscher als Fünfter.
Gleich danach steigt das Level eine weitere Stufe an. Die Qualifizierten aus Zürich und Montreux gesellen sich zu den besten Zentralschweizern. Unter den Flügeln einer alten Swissair-Maschien fahren sie um den einen Schweizer Startplatz an den Red Bull Manny Mania World Finals in New York. Die Fahrer, die in den Halbfinals am meisten auffallen, finden sich im Finale der Finals wieder. Im Sekundentakt landen sie ihre Manual-Variationen. Für Speaker Cédi ist der Contest längst zum Schnellsprech-Wettbewerb geworden und die Judges wissen kaum noch, wo hinkucken.
Ticket to New York
Fabian Dörig mit Halfcab Heelflip to Manual Revert am einen Obstacle, Sa-Phep Tang mit einem Kickflip to Frontside Nosegrind to Manual am anderen und am dritten Fibi Küng mit Halfcab Krooked to Manual Revert. Montreux-Sieger Célian Cort-Moller rollt wieder im Manual von einem Obstacle zum anderen, wenn er nicht gerade eine harte Combo landet und Michel Müller ist mit seinem unverkennbaren Gangsta Style und grossem Grind to Manual-Repertoire unterwegs.
Headjudge Luc Kämpfen und seine Kollegen Miguel Alzate und Dimitri Stathis sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden und doch sind sie sich erstaunlich schnell einig. Der Besten in diesen finalen zehn Minuten war Sa-Phep Tang mit seiner Vielseitigkeit an jedem der drei Obstacles. Der Lausanner mit vietnamesischen Wurzeln wird die Schweiz unter der Brooklyn Bridge mit seinen Manuals würdig vertreten. «Wow, was soll ich sagen?», sagt der ruhige Welsche. «Den Spot kenne ich aus Videos, in New York war ich noch nie. Hier sind mir mehrere Tricks zum ersten Mal gelungen. Ich werde zusehen, dass ich sie in New York sicher stehe.» Bis am 20. August hat er Zeit dafür. Dann bläst New York zum ultimativen Manual Battle.

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