Red Bull Music Academy Thursdays Red Bull Content Pool

Eklektisch, exquisit und schweisstreibend: Die Red Bull Music Academy stellte sich am Montreux Jazz Festival vor.

Begeisterung für Musik kann sich ganz verschiedenartig manifestieren: Versunkenes Zuhören, gebanntes Beobachten, ausgelassenes Tanzen. Der erste der beiden Red Bull Music Academy Thursdays am renommierten Montreux Jazz Festival rief all diese Reaktionen hervor – und sogar noch mehr: Gegen Ende des Sets des kessen Londoner Jungstars Katy B hüpfte, johlte und wogte die Menge im Montreux Jazz Café. Auch nach einer Zugabe wollte niemand in der vollen Halle die 22-jährige Sängerin und ihre sechsköpfige Band von der Bühne entlassen. Ihre Mischung aus hochaktuellen Dancefloor-Rhythmen und Popgesang ging direkt ins Blut über. Kein Wunder hat die Londonerin, die noch Anfang letztes Jahr in ihrer Heimatstadt als weitgehend Unbekannte an der Red Bull Music Academy teilnahm, mit ihrem Debütalbum mittlerweile den Weg in die TopTen der englischen Charts gefunden.

Für ruhigere Momente hatte zuvor die schwedische Sängerin Fatima gesorgt. Gemeinsam mit einer vierköpfigen Liveband interpretierte die Teilnehmerin der Red Bull Music Academy von 2008 die Stücke ihrer beiden auf dem Londoner Spezialitätenlabel Eglo Records erschienenen EPs im Souljazz-Stil. Auf die Frage, wie sie in den letzten beiden Jahren mit einigen Gastauftritten und zwei Veröffentlichungen auf Vinyl bereits zu einem festen Namen im Bereich der neuen Soulmusik geworden ist, zuckte die 25-jährige am Nachmittag beim Interview noch leicht verlegen mit den Achseln. Die Antwort lieferte sie zu den weichen Akkorden des Fender Rhodes: Sie ist die Aretha Franklin, die Erykah Badu, und manchmal gar die Nina Simone der jungen Londoner Elektronikszene. Mit einer Stimme, die praktisch in jedem Kontext funktioniert.

Umrahmt wurden die beiden Livesets von den Auftritten dreier DJ’s, die auch als Reiseveranstalter zu hohen Ehren kommen würden. Was sie für Routen durch Tradition und Moderne der Tanzmusik legten, zeugte durchgehend von hoher Individualität und Geschmack. Den Anfang machte die Bernerin Sassy J, die sich von expressivem Jazz zum souligem House und HipHop vorarbeitete. Nach dem Auftritt von Katy B griff der Londoner Trendsetter Benji B, in dessen wöchentlicher Sendung auf BBC Radio 1 stets die frischesten House-, Dubstep- und Future Soul Tunes vorgestellt werden, gekonnt die Stimmung auf und hielt die Crowd mit viel Schubkraft bei Laune, ehe er an den Beatwissenschaftler Floating Points übergab. Wann ist endlich wieder Donnerstag?

Red Bull Music Academy Thursdays - 14. Juli, Montreux Jazz Café
Pantha du Prince (D)
Cobblestone Jazz (CA)
Efdemin (D)
Gerd Janson (D)

www.redbullmusicacademy.com
 


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