Pete Rock @ Red Bull Music Academy Weekender Red Bull Contentpool

Was ist das eigentlich, die Red Bull Music Academy? Und wieso sollten sich junge Musikschaffende – seien das jetzt Sängerinnen, Produzenten oder Konga-Cracks – schwerstens überlegen, ob sie sich dafür nicht bewerben sollten? – Licht in diese und viele weitere Fragen aus dem riesigen Kosmos der Musik versuchte der Red Bull Music Academy Weekender am Wochenende vom 8.-10. März zu geben. Im Zürcher Klub Exil trafen sich dafür bekannte internationale Künstler, der hiesige Nachwuchs, Musikliebhaber allen Alters sowie Vertreter der Presse um den Alltag an der Academy zu simulieren.

Und wahrlich, es scheint kein grauer Alltag zu sein, den die jährlich 60 Teilnehmer aus aller Welt während den beiden zweiwöchigen „Kursen“ erleben dürfen: Grössen wie Neal Sugarman von Daptone Records, HipHop-Legende Pete Rock und Dubstep-Vorreiter Kode9 blätterten während den Lectures in ihren Erinnerungen und standen den Gästen in gemütlicher Runde Red und Antwort.

So erzählte Pete Rock etwa, wie er durch seinen kürzlich verstorbenen Cousin Heavy D in das Musikgeschäft eingeführt wurde und von dessen Bruder das Scratchen erlernte. Kode9 erwähnte, dass seine beiden Katzen Fuzzy und Uki mit zum wichtigsten Equipment seines Heimstudios gehören. Oder er erzählte dem englischen DJ und Radiomoderator Benji B – seit Jahren ein Stamminterviewer der Red Bull Music Academy – , dass er gerne Listen anfertigt mit den dümmsten Sachen, die Journalisten über die Musik seines Labels Hyperdub und dessen grossen Star Burial schreiben. 

 

Und so, im lockeren Gespräch, das immer wieder durch Stücke aus den Katalog von Kode9’s Label Hyperdub angereichert wurde, entstand langsam aber sicher ein Bild von diesem Menschen, von diesem Kulturschaffenden, von diesem Impulsgeber der neben dem Buch «Sonic Warfare», einem Lehrstuhl für Sound Design und eigenen Releases, mit der Veröffentlichung der Burial-Alben massgeblichst für das Erstarken des Dubstep-Genres gesorgt hat. Fast genauso breit abgestützt und informativ und nah am Menschen dran waren die Sessions mit Saxofonist und Soulconnaisseur Neal Sugarman am Freitag und Pete Rock wenige Stunden zuvor. Die spezielle Atmosphäre der Red Bull Music Academy, in der sich die Stars, die Legenden, die Studiozauberer und der Nachwuchs auf Augenhöhe begegnen, sie installierte sich auch im Exil.

Des Nachts liessen sie die Gäste aus nah und fern die Musik sprechen: Am Donnerstag trafen sich die ehemaligen Schweizer Academy-Teilnehmer Sassy J, das Duo Radiorifle und Skymark, um durch soulhaltige Musik aus allen möglichen Sparten zu kurven. Am Freitag fächerte Pete Rock während einem zweistündigen Set sein Universum auf und zeigte in einer anfangs fast chronologischen Herleitung, woher er seine Samples bezieht und welche HipHop-Stücke ihn besonders geprägt haben. Kaum mit Stilbegriffen fassbar, dafür aber stets tanzbar dann der Samstagabend: Schüttelbecher-Grooves, wabbernde Synthie-Basslines, peitschende Snares – alles war dabei, als sich Kackmusikk, Benji B und Kode9 hinter den Plattentellern austobten.

Für alle, die jetzt einen wässrigen Mund bekommen haben: Die Red Bull Music Academy 2012 findet zwischen dem 30. September und dem 2. November in New York statt. Die Anmeldefrist läuft noch bis Ende April. Für alle Interessierten steht auf www.redbullmusicacademy.com ein legendärer Fragebogen zum Download bereit. Ein kleiner Tipp: Bunt- und Bleistifte bereithalten.


 


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