Red Bull XRow

Red Bull XRow: Aus Spass am Schmerz

Red Bull XRow

18 Kilometer Achterrudern und 7 Kilometer Laufen mit dem 100-Kilo-Boot auf den Schultern: das sind die Zahlen zum Red Bull XRow. Der Rest ist Schmerz, Teamwork und Spass. Am schnellsten legt die Swiss Selection mit Mario Gyr und André Vonarburg die Strecke von Zug nach Luzern zurück, vor der Frankfurter RG Germania und dem Seeclub Zürich.

«Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war nichts verglichen mit diesem Rennen», sagt der Engländer Peter Wells. Er gehört zur exklusiven Schar, die Red Bull XRow in Angriff nimmt, die Regatta, die den Ruderern Beine macht. Seine härtesten Widersacher sind die Vorjahressieger aus Frankfurt und der beste Achter, den die Schweiz zu bieten hat, zusammengesetzt aus dem leichten Vierer um Mario Gyr und dem schweren Doppelvierer mit André Vonarburg. In den nächsten zwei Stunden werden sie 18 Kilometer Rudern und 7 Kilometer Laufen mit dem fast 100 Kilo schweren Boot auf den Schultern.

Wilder Start
Der Start passt zum wilden Rennen. Die Halbinsel Chiemen ist im Dunst über dem See nicht zu erkennen. Der einzige, der genau weiss, in welcher Richtung sie liegt, ist der Steuermann der «Swiss Selection». Er schlägt eine andere Route ein als alle anderen, touchiert dabei den Seeclub Zürich und beschert seiner Mannschaft drei Bootslängen Rückstand. Da sie als einzige den kürzesten Weg einschlagen, liegen sie in Immensee, dem ersten Auswasserungsort in Führung vor den Frankfurtern. Auf der ersten Laufstrecke durch die Hohle Gasse nach Küssnacht am Rigi schliessen die Deutschen auf, kommen aber nicht vorbei. Dahinter kämpft der Seeclub Zürich mit dem englischen Boot um den dritten Platz.

In Küssnacht am Rigi geht's zurück aufs Wasser. Längst schmerzt jeder Muskel, sei es vom Rudern, dem bergauf- und bergab laufen oder vom Boot, das mit jedem Schritt schwerer wird. Die Swiss Selection erhöht die Schlagzahl und setzt sich leicht ab. Das gleiche Bild auf der zweiten Laufstrecke von Meggen über das Meggenhorn. Es geht noch steiler bergauf. Michael Schmid aus dem Schweizer Boot hat einen Schuh verloren, kämpft sich aber unverdrossen über die Kieswege. Von hinten drücken die Frankfurter und die übersäuerten Muskeln machen das Erlebnis perfekt. Längst ist der Kampf gegen die Strecke härter als der Kampf gegen die Konkurrenz.

Schweiz gegen Deutschland
Im Lido in Luzern landen die Schweizer mit einem beruhigenden Vorsprung. «Von da an war es ein Genuss, sofern man den Schmerz verdrängen konnte», sagt Mario Gyr im Ziel. Mit einem ehrlichen, wenn auch schmerzverzerrten Lächeln laufen die Rotweissen im Verkehrshaus über die Ziellinie. Teamleader Gyr fasst zusammen: «Es war ein Auf und Ab. Der Start war schwierig, aber schon in Immensee waren wir voraus.» Leichter wurde die Aufgabe dadurch freilich nicht: «Ganz so hart haben wir es nicht erwartet. Auf der zweiten Ruderstrecke und erstaunlicherweise auf der zweiten Laufstrecke haben wir es dann klar gemacht.» 

Die Frankfurter laufen als Zweite ein, vor dem Seeclub Zürich. Strahlend berichtet Saric aus dem deutschen Achter: «Auf den ersten neun Kilometer Rudern dachte ich schon, es geht nicht mehr. Aber es ging dann irgendwie doch. Es war eine tolle Mannschaftsleistung, wir haben alles gegeben und es hat Spass gemacht.» Spass – bei den Strapazen? Saric klärt auf: «Beim Rudern ist es so: Wenn es anfängt, weh zu tun, dann macht es erst richtig Spass, denn dann weiss man, dass man alles richtig macht.» Wenn Schmerz Spass ist, dann hat die reine Freude einen Namen: Red Bull XRow.

Rangliste Red Bull XRow 2011

 



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