Am 1. Oktober 2011 schickt Red Bull XRow Achterteams über zwei Seen und drei Landpassagen. 17 Kilometer rudern, 8 Kilometer laufen mit dem 100kg schweren Boot auf den Schultern. Start in Zug, Ziel im Verkehrshaus in Luzern. Freizeitruderer treffen auf Weltklasseathleten wie Titelverteidiger Marcel Hacker (GER, Weltmeister, Olympiazweiter) oder Mario Gyr (EM-Dritter).
Eines der eigenartigsten Bilder der jüngeren Sportgeschichte wird sich wiederholen: Am 1. Oktober 2011 werden wieder siebzehn Meter lange Bootsrümpfe auf sechzehn Beinen über die grünen Wiesen des Meggenhorns wackeln. Mit dem Red Bull XRow wurde 2010 eine neue Ruderdisziplin geboren. Das Urteil von Weltmeister Toby Garbett der an der Premiere mit seinem britischen Team Dritter wurde, war eindeutig: «Ein grossartiges Rennen, ich werde sicher wieder mitmachen; aber sehr, sehr schmerzhaft!»
Boot über Kopf durch die Hohle Gasse
Die Chance auf mehr Schmerz bietet sich am 1. Oktober 2011. In Zug werden die Achterboote ins Rennen geschickt. Bereits der erste Schlag geht an die Grenze des Erträglichen: 10 Kilometer sind es bis Immensee. Anton Kuzmenko, der 2010 für den Berlin XPress an den Riemen riss, meinte damals: «Nach zehn Kilometern ist für einen Ruderer eigentlich Schluss. Da kann man einfach nicht mehr.» Dabei geht es in Immensee erst richtig los.
Das rund 100 Kilo schwere Boot muss aus dem Wasser auf die Schultern der acht Ruderer und steil den Berg hoch. Die Hohle Gasse wird für weitere Selektion sorgen – dort wo schon Vogt Gessler, niedergestreckt vom Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell, seinen letzten Atemzug tat. In Küssnacht am Rigi, nach über 4 Kilometern Landweg, wassern die Ruderläufer ihre Boote im Vierwaldstättersee. Sie können es kaum erwarten, mit voller Kraft weiter zu rudern.
Zielsprint ins Verkehrshaus
6 Kilometer später, in Meggen, wartet wieder eine Steigung auf die starken Männer. Die Muskeln blau, der Puls im roten Bereich, hetzen sie durch die grüne Idylle. Die malerische Umgebung des Meggenhorns wird sie noch in ihren Albträumen verfolgen. Und wenn sie so richtig am Ende sind, kommt der Schlussspurt. 1.5 Kilometer sind es ans rettende Ufer des Luzerner Lido. Die Entscheidung fällt an Land. Rund 800 Kilo Mensch buckeln 100 Kilo Boot über die ultimativen 500 Meter ins Verkehrshaus der Schweiz – womöglich Seite an Seite. Red Bull XRow ist das einzige Ruderrennen, das mit dem Rumpf nach oben entschieden wird.
Marcel Hacker, Sieger des ersten Red Bull XRow, weiss was ihn erwartet: «Das Schlimmste sind die Tragepassagen. Aber das Ganze ist einfach nur grandios.» Vielleicht ist es sogar ein Vorteil für Mario Gyr und seine Nationalmannschaftskollegen, dass sie noch nicht wissen, wie sich dieses Rennen anfühlt.
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