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Red Bulletin: René Wildhaber - Das Rad der Zeit

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1975 begann die UNESCO eineListe zu führen. Mit Orten, Bauwerken und Naturmonumenten von universaler Bedeutung für die Menschheit. Und zwar aus dem Wunsch heraus, dieses Erbe zu bewahren.

1976 wurde René Wildhaber geboren, und ein paar Jahrzehnte danach will er einige der elf Schweizer Welterbestätten besser kennenlernen. „Ich komme viel in der Welt herum“, sagt der Mountainbike-Profi, „doch viele wichtige Orte meiner Heimat kenne ich nur aus der Ferne.“

Und weil René gastfreundlich ist, lädt er seinen Freund Ross Schnell aus Colorado ein, mit ihm die UNESCO-Stätten der Schweiz zu beradeln. Es wird ein Bike-Trip durch Raum und Zeit.

Weinregion Lavaux
Bereits im Mittelalter begannen die Bauern, das Land entlang des Genfersees zu terrassieren, um den Weinbau zu optimieren. Heute ist Lavaux eines der größten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. „Faszinierend, wie sie die Landschaft gestaltet haben“, findet René, „die geschwungenen Linien der Rebberge sind eine Augenweide, besonders in Kombination mit der Aussicht auf See und Alpen.“ Ein Abflug in die Vegetation kostet hier im Wortsinn eine Flasche Wein, denn die kostbaren Trauben lassen, als Aufprallschutz benutzt, unweigerlich ihren Saft. Weiter oben in den Alpen gibt es mehr Trails, dafür ist der Fahrtwind hier herunten mit Traubenduft versetzt – was dem Trip eine besondere Note verleiht. Genießbar ist er allerdings nur, wenn der Weinbauer einverstanden ist.

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Bellinzona
Seit den Schlachten des Spät­mittelalters hat das Castello di Sasso Corbaro nicht mehr so viel Action erlebt. „Bellinzona war einst das Tor zum Süden“, spielt René Reiseführer für seinen amerikanischen Gast. „Hier bündelte sich ein halbes ­Dutzend Verkehrsrouten über die Alpen. Wer diese Stadt kontrollierte, konnte Zölle eintreiben. Eine wichtige Geldquelle für die damals entstehende Eidgenossenschaft“ (Vorläufer der heutigen Schweiz, Anm.). Immer wieder wurde Bellinzona angegriffen, belagert, eingenommen, zurückerobert. „Schön, dass man heute hier unbeschwert reisen kann“, so René. Auf Fels gebaut, entpuppt sich die höchste der drei Burgen Bellinzonas als Funpark mit reicher Auswahl an Lines. In der ­Dunkelheit heizen René, seine Freundin Katja und Ross über die Abhänge, Steinstufen und griffig-glatten Felsen, bis die Akkus ihrer Leuchten erschöpft sind.

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Mehr Eindrücke von René Wildhabers ungewöhnlichen Bikestrecken finden Sie in der April-Ausgabe des Red Bulletin.

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