Red Bull XRow macht den Rudersport am Samstag, 1. Oktober, noch einen Schlag härter. Zu überwinden sind 17 Kilometer Achter-Rudern auf zwei Seen und 8 Kilometer zu Fuss mit dem fast 100 Kilo schweren Achterboot auf den Schultern. Um 14.15 Uhr fällt der Startschuss in Zug. Ziel ist das Verkehrshaus in Luzern.
Ruderer sind harte Jungs. Schon auf den zwei Kilometern, über die ein normales Ruderrennen führt, schaffen es die Athleten, sich nahe ans Blackout zu verausgaben. Am Red Bull XRow rudern sie 17 Kilometer und laufen 8 Kilometer mit dem fast 100 Kilo schweren Boot auf den Schultern. «Ich rechne mit dem Schlimmsten», sagt Rik Vils, der das Team des Seeclubs Zürich anführt. Ebenfalls typisch für Ruderer: sie freuen sich auch noch drauf. «Besonders auf den Moment, in dem wir die Ziellinie überqueren», präzisiert der Zürcher.
Der Seeclub Zürich wird es mit dem besten Achter zu tun bekommen, den die Schweiz zurzeit stellen kann: der leichte Vierer ohne Steuermann mit Mario Gyr und der Doppelvierer um André Vonarburg – beide für die Olympischen Spiele in London qualifiziert – werden in Zug im grössten Boot aufs Wasser gehen. Auch Mario Gyr findet: «Rudern ist hart. Aber Red Bull XRow ist noch härter.»
Glühende Beine in der Hohlen Gasse
Der Startschuss fällt um 14.15 Uhr vor Zug. Nach 10 Kilometern wassern die Achterteams ihre Boote in Immensee aus und machen sich auf den steilen Weg hinauf zur Tellskappelle und wieder hinunter durch die Hohle Gasse Richtung Küssnacht am Rigi. Mit glühenden Beinen legen sie ab zu weiteren 5 Kilometern Rudern nach Meggen. Von dort schaukeln die 17 Meter langen Boote mit dem Bug nach oben über Feld, Weg und Wiese, bis sie in Ober Rebstock wieder zu Wasser gelassen werden.
«In erster Linie wird jedes Team gegen diese Strecke kämpfen.», vermutet Mario Gyr, «Wenn man das überlebt hat, wird man schauen, wo die anderen sind.» Die anderen, das könnten die deutschen Kraftpakete aus Frankfurt sein, welche im letzten Jahr das Red Bull XRow gewonnen haben. Auch das britische Team um den Olympioniken Toby Garbett wird zu beachten sein. Unvergessen dessen Kommentar nach seinem Dritten Platz im vergangenen Jahr: «Ein grossartiges Rennen, aber sehr, sehr, sehr schmerzhaft.»
Endspurt ins Verkehrshaus
Mit letzter Kraft machen sich die Ruderer auf die letzten 2 Kilometer auf dem Vierwaldstättersee. Um den Sieg werden sie aber erneut mit festem Boden unter den Füssen spurten. Im Strandbad Lido gehen sie an Land und im knapp 500 Metern entfernten Verkehrshaus der Schweiz laufen sie über die Ziellinie. Auch wenn die Strecke der härteste Gegner der Teilnehmer ist, überholen lässt sich niemand gerne. Mario Gyr verspricht: «Ruderer wollen immer gewinnen.»
Marschtabelle (Spitze)
Start Zug: 14.15 Uhr. Auswassern Immensee: 14.45 Uhr. Einwassern Küssnacht a.R.: 15.15 Uhr. Auswassern Meggen: 15.35 Uhr. Einwassern Ober Rebstock: 15.55 Uhr. Auswassern Lido Luzern: 16.05 Uhr. Zieleinlauf Verkehrshaus: 16.07 Uhr. Weitere Informationen: www.redbullxrow.ch
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