Gino Caviezel rechts_Fravi Jonas links_(c) Dean Treml_12-03-31.jpg Red Bull Contentpool

Die vielseitigsten Skifahrer der Stunde heissen Fabienne Janka und Gino Caviezel. Beim Red Bull SKiLLS in der Lenzerheide meistern sie Super G, Slalom, Abfahrt und Riesenslalom in einem Zug und das schneller als Weltcupprofis wie Nadja Kamer und Dani Albrecht. Rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen das ungewöhnliche Spektakel auf der Silvano Beltrametti-Weltcupstrecke.

Die Besichtigung muss genügen, Training gibt es keines auf der anspruchsvollsten Piste des alpinen Skisports. Dani Albrecht macht sich Mut: «Wenn man positiv denkt, kommt es gut. Aber nach der Besichtigung bin ich nervöser, als ich gedacht habe.» «Vielleicht sollte ich nervöser sein», findet hingegen Nadja Kamer, kurz bevor sie sich als Erste überhaupt in die Strecke des Red Bull SKiLLS stürzt.

Vier Disziplinen in einem Lauf
Das Publikum kriegt etwas zu sehen an diesem sonnigen Frühlingstag in der Lenzerheide. 6 Fahrerinnen und 39 Fahrer kämpfen mit der Vier-Disziplinen-Strecke. Der rasante Super G-Starthang führt direkt in den Slalom, aus dem die Athletinnen und Athleten in der Hocke hinaus in die Abfahrt schiessen. Mit sauren Beinen biegen sie dann in den Riesenslalom ein, der prompt den einen oder anderen Ausfall provoziert. Unter den Zuschauern ist auch Marc Gini. Der verletzte Slalomspezialist der Schweizer Skinationalmannschaft sagt: «Ein cooles Rennen, es sieht spektakulär aus. Nächstes Jahr bin ich am Start.»
In Führung liegt nach dem ersten Lauf kein Weltcupfahrer, sondern die drei C-Kadermitglieder Jonas Fravi, Gino Caviezel und Fernando Schmed. Nicht überrascht über die auf den Kopf gestellte Hierarchie ist Bruno Kernen, Organisator des Red Bull SKiLLS: «Die können Skifahren, sonst wären sie nicht im Kader.» Weltcupfahrer Sandro Viletta pflichtet ihm bei: «Wer sonst schnell ist, ist auch hier schnell. Schade, dass ich selber nicht mitfahren kann.» Wie Gini will auch Viletta nächstes Jahr am Red Bull SkiLLS mitfahren.
Eine andere Athletin, die beim Red Bull SKiLLS gross auftrumpft, ist Fabienne Janka. Die Schwester von Carlo Janka findet im ersten Lauf die ideale Mischung aus Angriff und Kontrolle und geht in Führung. Das bedeutet, dass sie als Letzte zum zweiten Lauf startet. In Führung liegt zu dem Zeitpunkt Nadja Kamer, die im zweiten Durchgang zeigt, weshalb sie schon mehrmals auf einem Weltcuppodest stand. «Nach dem ersten Lauf wusste ich, wo ich investieren muss und wo ich keine Probleme haben werde, und so ging es einfach besser auf.»

Weltcupfahrer am Limit
Fabienne Janka steigert sich nochmals und wird überlegen zur ersten Siegerin des Red Bull SKiLLS. «Mit den Riesenslalomski einen Slalom zu fahren ist sicher das Schwierigste am Ganzen, aber wenn man etwas Tempo rausnimmt, geht es gut, auch im Riesenslalom nach der Abfahrt», so Janka und freut sich sichtlich über ihren Sieg zum Saisonabschluss.
Fehlt noch der Meister aller Pisten. Im Dreikampf der Jungen legt Fernando Schmed mit Bestzeit im zweiten Lauf vor. Lokalmatador Gino Caviezel verwaltet seinen Vorsprung aus dem ersten Durchgang geschickt und geht in Führung. Jonas Fravi hingegen patzt und fällt auf den dritten Platz zurück. Und damit nicht genug. Weil sie gewettet hatten, muss sich Fravi als Langsamster der drei noch im Zielraum einen Irokesen schneiden lassen. «Nach dem ersten Lauf habe ich noch gelacht. Aber nach einem Fehler im Slalom ist es jetzt halt passiert», kommentiert der frisch Geschorene. Sein Frisör, der Sieger Gino Caviezel, analysiert: «Ich habe im zweiten Lauf etwas mehr riskiert und etwas weniger Fehler gemacht, und so ging das super auf.» Damit ist der Lenzerheidner offiziell der vielseitigste Skifahrer; und das will er bleiben: «Ich werde trainieren, um diesen Titel nächstes Jahr zu verteidigen.»


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