Daniela Ryf

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www.danielaryf.ch

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Downunder auf dem Weg nach oben

Daniela Ryfs zweite Heimat ist das Ferienparadies Gold Coast in Australien. Unter Touristen arbeitet sie auf ihr Ziel hin: die schnellste Triathletin auf der olympischen Distanz zu werden.

Daniela Ryf will ganz nach oben. Deshalb verbringt sie viel Zeit ganz unten: in Nobby Beach unweit von Gold Coast in Australien lebt sie jeweils über den Winter. Zwischen Meeresrauschen, gemütlichen Kaffees und ebensolchen Barbecue-Abenden auf ihrer Terrasse, trainiert sie täglich sechs bis sieben Stunden. Eine Kostprobe: in jedem Schwimmtraining legt sie sechs bis sieben Kilometer zurück. Auf dem Fahrrad sitzt sie täglich während drei bis vier Stunden und ihr Laufpensum liegt in der Vorbereitungszeit bei 110 Kilometern pro Woche. Um acht Uhr liegt sie oft bereits im Bett. «Unser Lifestyle ist ziemlich cool hier», findet sie.

Von der Matura zum olympischen Diplom
Laufen war die erste Disziplin, die Daniela wettkampfmässig bestritt. Fünf Jahre alt war sie, als sie ihren ersten Strassenlauf beendete; nicht ganz unschuldig daran: ihre Marathon laufende Mutter. Ausgedehnte Bergtouren mit dem Vater, der Bergführer ist, förderten ihre Basisausdauer. Mit neun trat sie dem Schwimmclub Solothurn bei. Vierzehn war sie, als ein Triathlontrainer das zierliche Mädchen mit den schnellen Beinen und Armen entdeckte. Claude Ammann von den Wildcats Basel führte sie über die Juniorenzeit an die Weltspitze. Dem Club hält sie bis heute die Treue, auch wenn sie längst als Profi um die Welt reist.

Nach der Matura setzte Daniela auf die Karte Triathlon. Die Qualifikation für die olympischen Spiele in Peking war alles andere als sicher und damit der perfekte Anreiz für die Solothurnerin. Auf dem Weg nach China wurde sie U23-Weltmeisterin und kurz vor der olympischen Ziellinie lag sie an neunter Stelle – neben Platz vier an Olympischen Spielen die meist gehasste Rangierung. «Jetzt hole ich mir dieses Diplom», sagte sich die damals 21-Jährige und setzte zu einem Sprint an, dem auch eine frühere Olympiadritte nicht widerstand und wurde Siebte.

Das perfekte Rennen
Das perfekte Rennen war Peking jedoch nicht. Dieses sieht für Daniela so aus: den Rückstand im Schwimmen klein halten, auf dem Rad, inzwischen ihre stärkste Disziplin, die Gegnerinnen müde fahren und kurz vor dem Ziel mit einem Sprint der Konkurrenz die Schuhsohlen zeigen. So lief das bei ihrem ersten Sieg in der Weltmeisterschaftsserie in Seoul. So will sie noch oft ins Ziel laufen.

Im Anflug auf die Schweiz textet Daniela ihre Freundinnen und Freunde zuhause an, damit sie auch niemanden verpasst. Bei der ersten Gelegenheit kauft sie sich ein knuspriges Brot – «Ein Genuss nach drei Monaten Toast in Australien.» In ihrer Heimat Solothurn verbringt sie während der Saison nur einige Tage. In der Schweiz lebt und trainiert sie entweder in Locarno oder Davos. Sie kann sich kein besseres Leben vorstellen. «Ich bin jedes Jahr in Asien, Australien, Amerika und an etlichen Orten in Europa. Während der Arbeit kann ich mit meinen Kollegen plaudern – solange ich Luft dafür habe – und ich kriege pro Woche mindestens eine Massage. Wie soll man da nicht glücklich sein?»