Markus Keller

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„Ich hab gerade keine Zeit. Ich ruf dich später zurück“, Markus Keller weiss, was er will und was nicht. Was er wollte, weiss er manchmal nicht mehr so genau. „Ruf wieder an, falls ich vergesse, mich zu melden“, sagt er noch und so kommt es dann auch. Allerdings weil alles länger dauerte, als er gedacht hatte. Wie dem auch sei, seine Vergesslichkeit ist legendär und vielleicht seine einzige Schwäche. Abgesehen von seinem Körper, der nicht immer aushält, was Markus ihm zumutet.

Das hält ihn nicht von grossen Taten ab, etwa, mit einem gerissenen Kreuzband Halfpipe-Weltmeister zu werden. Lang ist's her. Der Thurgauer hat schon in jungen Jahren die ganze Bandbreite einer Snowboard-Karriere erlebt, vom Triumph bis zur Tragödie wiederkehrender Verletzungen.

Seine Runs so zu fahren, wie er sich das vorstellt, ist ein Ziel. Gute Videosequenzen aufzunehmen ein weiteres. Zu einem perfekten Tag gehört für Markus, neben First Lines im Powder, auch Jibben auf sulziger Piste. Wer ihm schon mal dabei zugesehen hat, der versteht, wieso er das so lustig findet.

Früh erlernte er die Kunst, die Dinge auf seine Art durchzuziehen, ohne sich dabei Feinde zu machen. Man kann dem Typen einfach nicht böse sein. Das gilt für Verbandsfunktionäre wie für die Gurus der Szene, welche entscheiden, wer cool ist und wer nicht. Erstere überzeugt er mit seinen Resultaten und der Art, wie er junge Talente unterstützt. Den anderen gefällt sein Style, mit und ohne Board an den Füssen.