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Sven Riederer
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Über Sven
Für seinen Beruf, legt sich Sven Riederer flach. Nach der Ziellinie versagen öfters die Beine des Triathleten. Davor gehören sie zu den Schnellsten der Welt.
Sven Riederer hat den besten Job der Welt, findet er. Er ist Triathlet. Täglich schwimmt, radelt und läuft er. In der härtesten Trainingsphase 35 Stunden die Woche. Wenn er nicht gerade das Letzte aus seinen Muskeln quetscht, muss er essen. „In dieser Phase kann ich fast nicht genug Kalorien zu mir nehmen“, sagt er einen Energieriegel kauend. Dieser Traum jedes Übergewichtigen ist hart erkämpft. Im Morgengrauen die ersten Kilometer im Wasser, dann Krafttraining, gefolgt von Stunden auf dem Rad und in den Laufschuhen. Weil er in den Trainingslagern im Süden seine Frau und seine zwei Söhne vermisst, arbeitet er auch in der nasskalten Jahreszeit so oft als möglich im heimatlichen Wallisellen an seiner Physis.
Der Lohn ist die Euphorie im Rennen. Wenn er nach dem Schwimmen nur wenige Sekunden auf die Fische im Feld verliert. Wenn er auf der Radstrecke Dampf macht, das Feld sprengt und in der Spitzengruppe in die Wechselzone kommt. Wenn er innert Sekunden vom Radfahrer zum Läufer wird und, selber am Anschlag, mit seinem schnellen Schritt die anderen auf der Laufstrecke noch mehr leiden lässt.
Der Abnützungskampf auf der Laufstrecke ist die halbe Stunde der Wahrheit jedes Triathlons. Die zehn Kilometer am Schluss entscheiden, wer nicht nur Weltklasse sondern der Beste von allen ist. Die Lunge brennt, die Beine glühen. Wer jetzt noch beschleunigen kann, gewinnt. Auf den letzten hundert Metern ist Sven unwiderstehlich. Wenn er das Edelmetall schon riechen kann, zapft er das ultimative Energiedepot an und holt sich die Plakette. „Der Schlussspurt ist eine Disziplin für sich“, sagt er. Es ist seine Paradedisziplin.